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Hellsehen

Was halten Sie von Hellsehern?

Aufräumen mit Vorurteilen!

Die Vorurteile über Hellsehen und Kartenlegen lesen sich wie Blondinenwitze: 

Woran merkt man, dass eine Hellseherin eine Betrügerin ist? Wenn man anklopft und sie ruft: “Wer ist denn da?”! 

– oder auch: Woran merkt man, dass eine Hellseherin nichts drauf hat? Wenn man bei ihr erst einen Termin machen muss. Wenn sie hellsehen könnte, müsste sie schließlich wissen, wann man kommt. 

In Diskussionen über Hellsehen und Co. hört man auch dies regelmäßig:” Ich glaube nicht an solchen Blödsinn. Wenn es Menschen gäbe, die hellsehen könnten, dann wären alle Kartenleger und Hellseher Millionäre, denn sie würden zu ihrem eigenen Vorteil doch einfach die Lottozahlen vorhersagen.” 

Ich selbst bin vor allem Empatin – und erst dahinter auch Hell-Wahrnehmende im klassischen Sinn. Sie müssen wissen, dass “Emapthie” nicht = “Hellsehen” ist , sondern zu den unterschiedlichen Fähigkeiten gezählt werden muss, die den Zugang zur Hellwahrnehmung erst ermöglichen. “Hellsehen”, “Hellfühlen”, “Hellwissen”…. diese Dinge “funktionieren” ausserdem durchaus auch ohne Empathie, d. h. ohne den tieferen Zugang zur Gefühlswelt von Menschen oder Tieren. Empathie ist also keine Bedingung für Hell-Wahrnehmungen unterschiedlicher Art, sondern lediglich einer der Faktoren, aus denen sich unter anderem Hellwahrnehmung ergibt. Somit bin ich also eine überwiegend “empathische Hellseherin”, die über den Zugang zu Emotionen arbeitet, während andere Hellseher vorrangig ganz andere Zugänge nutzen, von denen mir einige ausserdem vertraut sind: z.B. das Hellfühlen und Hellwissen. 

Die Entwicklung dieser unterschiedlichen Fähigkeiten, auch in ihren oft vorkommenden Kombinationen, liegt sehr individuell. Der Volksmund differenziert hier nicht, sondern verwendet für all diese Phänomene allgemein den Begriff “Hellsehen”. Auch Methoden wie z. B. Pendeln oder Kartenlegen werden vom Laien in die Schublade mit der Aufschrift “Hellsehen” gesteckt – und sogar die Astrologie wird oft undifferenziert zu den “hellseherischen Vorgängen” gerechnet. Im Verlauf dieses Artikels kann ich jedoch nur von mir selbst sprechen – als Empatin, hellsehend, hellfühlend, hellwissend – und kartenlegend. 

Ich möchte Ihnen einmal darstellen, was ich als Empatin und Kartenlegerin zu den oben genannten “Stammtisch-Argumenten” zum Thema Hellsehen denke: 

Es gibt wohl kein Thema, mit dem spontan so plump und rüde umgegangen wird wie mit dem “Übersinnlichen” und seinen Vertretern – zumindest in unserer Gesellschaft. Die Köpfe stecken voller Klischees, Vorurteile und falscher Informationen. So hört man z.B. oft zur Frage, was jemand von Hellsehern halte: “Gar nichts. Ich denke nicht, dass es gut ist, wenn man bereits vorher weiß, was geschehen wird!” 

Warum fällt jemandem bei dem Stichwort “Hellseher” ein, da würde also die Zukunft vorausgesagt? “Hell-Sehen” bedeutet doch nichts anderes, als dass da jemand die Fähigkeit hat, Dinge zu sehen, die für den Otto-Normal-Menschen “im Dunkeln liegen”. Das kann eine gegenwärtige Situation betreffen, aber genauso gut auch Geschehnisse in der Vergangenheit, über deren genaue Abläufe und Umstände gerätselt wird: An welchem Ort hat sich Herr Meier zuletzt aufgehalten, bevor er verschwand? Ist die alte Uhr noch auf dem Dachboden, oder wurde sie bereits vor Jahren weggeworfen? Welchen Beruf hatte der Ur-Urgroßvater, über dessen Person nichts bekannt ist? Auch das ist Hellsehen – ganz ohne Zukunftsprognosen! 

Und woran lässt sich nun wirklich feststellen, ob die Hellseherin etwas taugt? Mit Sicherheit nicht an ihren Aussagen über Zukünftiges, denn diese können Sie heute ja noch gar nicht überprüfen! Es sind vielmehr die Dinge, die Sie bereits wissen: Fakten aus Ihrem Leben, von denen Sie sicher sein können, dass Sie sie nicht erwähnt oder angedeutet haben – konkrete Dinge, die sich nicht daraus ableiten lassen, wie Sie gekleidet sind oder Ihre Hände halten, wie ihre Mimik oder Körpersprache ist. Und wenn man Sie am Telefon berät, sind diese optischen “Hinweise” sowieso hinfällig. 

Wenn ich vom Hellsehen spreche, dann meine ich stets “echtes” Hellsehen – denn würde ich die zahlreichen Betrüger meinen, die nur behaupten, spezielle Fähigkeiten zu haben, dann würde ich ja das Wort “Betrüger” wählen… und nicht “Hellseher”! Betrüger und Hellseher unterscheide ich nämlich ganz klar – und das sollten Sie ebenfalls sorgfältig tun! 

Viele Menschen, die von Hellsehern reden, meinen eigentlich Betrüger. Vom “Hellsehen” an sich verstehen sie in der Regel gar nichts, wenn sie der Meinung sind, “Hellsehen” sei gleichbedeutend mit “Betrügen”. Weder haben sie selbst jemals übersinnliche Erfahrungen irgend einer Art gemacht, noch kennen sie jemanden, der davon berichten könnte – und gelesen haben sie über diese Dinge ebenfalls noch nichts, da sie ja davon überzeugt sind, echtes Hellsehen gäbe es nicht. In ihrer Vorstellung sind Hellseher Betrüger, Scharlatane oder bestenfalls naive Möchtergerns, die sich selbst und anderen Leuten einreden, sie würden besondere Gaben besitzen. Und sie wissen noch mehr! So wissen sie zum Beispiel, dass echte Hellseher Lottozahlen voraussehen können müssten, weil dies in ihrer klischee-besetzten Fantasie nun einmal so ist. 

Ein Pseudo-Wissen, das eher auf der Ebene “medialgeschäftlicher Folklore” anzusiedeln ist, wäre z.B. auch dies – und das ist wirklich eine ganz bizarre Idee: Ein guter Hellseher nimmt niemals Geld! 

Das wussten Sie noch nicht? Dann hören und staunen Sie! Die Dienste eines “echten” Hellsehers erhält man nämlich grundsätzlich für nix! Natürlich können Sie ihm zwecks Energieausgleich auch einen Keks schenken – aber sie müssen nicht! Immerhin hat er genug überschüssige Energie zur Verfügung, um damit seinen Toaster, sein Radio und die Waschmaschine gratis zu betreiben – und ernähren tut er sich auch davon. Auch das Auto fährt mit energetischen Schwingungen, und ein Telefon braucht der Empathische ja schon mal gar nicht. Der Vermieter wird die Wohnung für “einmal chaneln” bestimmt gratis zur Verfügung stellen – oder der Hellseher betreibt die Waschmaschine des Vermieters für freie Kost und Logis gleich mit – und checkt zur Deckung der Nebenkosten auch gleich die Aura – …des Vermieters, nicht der Waschmaschine. 

Auch wissen selbsternannte “Profis” und Hobby-”Spezialisten”, dass Hellseher schätzen und raten, dass sie aushorchen, manipulieren und tiefsinnigste Psychologiekenntnisse anwenden, dass sie enorme Menschenkenntnis besitzen und sich Tage vor dem Termin ausserdem noch trickreich und hinterhältig über den Klienten informieren. Welch gigantischer Aufwand!  

Wahrscheinlich beschäftigt ein ausgebuchter Hellseher ca. 25 Privatdetektive in der Woche. 

Um einen Job auszuüben, mit dem sich unter Umständen weniger und vor allem unregelmäßiger verdienen lässt als mit dem Putzen öffentlicher Toiletten, müsste sich ein falscher Hellseher also einem 6-jährigen Psychologie-Studium unterziehen (warum dann aber nicht eine Praxis eröffnen und als Psychologe sogleich gutes Geld verdienen – und dabei sogar einen viel besseren Ruf genießen?), dann runde 25 Jahre lang menschliches Gesprächsverhalten beobachten und analysieren (wovon lebt man in der Zwischenzeit?) und sich dann mit einem Intensiv-Training beschäftigen, bei dem es gilt, in endlosen Raterunden unter Laborbedingungen letztlich “Mr. oder Mrs. Wahrscheinlichkeit” zu werden. Dann noch einige Seminare zum Thema “Wie manipuliere ich richtig?” – und: Fertig ist der falsche Hellseher! 

Es muss unglaublich anstrengend sein, ein “unechter” Hellseher zu sein! Sowas kann bestimmt nicht jeder werden! Nein, dazu muss man Talent haben! Und Nerven! Ich stelle mir sogar vor, dass das womöglich niemand wirklich schaffen kann, weil es viel zu aufwändig wäre. Und wer hat schon gleichzeitig derart ausgeprägte Begabungen in all diesen “Disziplinen”? 

Da ist es doch wesentlich einfacher, ganz entspannt mit einigen natürlichen, empathischen Anlagen geboren zu werden, sie dann fantasievoll und spaßig einige Jahre lang ins kindliche Spiel zu integrieren, weil man nichts besseres damit anzustellen weiß…. bis einem die 11-jährige Freundin, auf einem Kuhgatter sitzend, schließlich sagt, dass die “restliche Welt” übrigens nicht diese seltsamen Dinge sehen, fühlen und wissen würde, sondern irgendwie ganz “normal” sei (!!?) – und dass man selbst besser nicht mit jeder x-beliebigen Person darüber reden solle, da man im Freundeskreis sowieso schon für bekloppt gehalten würde. Aha. Gut zu wissen. Und nun? 

Es folgen Jahre, die nicht einfach sind. Und während der unechte Hellseher gerade sein Studium der Tiefenpsychologie beginnt und nebenher im Trainingsanzug und mit Schweißband sein 5 Jahre dauerndes Ratetraining absolviert, schlägt man sich mit Ängsten, Zweifeln, unangenehmem Spott und sozialer Isolation herum, horcht in sich hinein, versucht wegzuschauen, schleicht in der Gemeindebücherei unter “P wie Paranormal” herum und versucht Leute zu finden, die einen aufgeschlossenen Gesichtsausdruck machen. Soooo aufgeschlossen ist dann aber doch keiner. Man vergrault sich noch einige Freunde und bleibt dann vorsichtshalber allein. Man ist übergangsweise zum “Freak” geworden. 

15 Jahre später: Man ist sich selbst nicht mehr geheuer und zieht in Erwägung, die ganze Sache (mittels in-Schach-Halten der sehr “schrägen” Wahrnehmungen) einfach zu verdrängen, bis sie sich in Luft aufgelöst hat. Der unechte Hellseher wirbt inzwischen die ersten Detektive an und trainiert manipulierende Gesprächspraktiken, man selbst beendet eine stinknormale Berufsausbildung, studiert – oder tut, was sonst für die Zukunft brauchbar sein könnte und versucht einfach, “normal zu sein”. Nebenher festigt sich die Sache mit dem Übersinn. 

Man weiß nun, dass das Ding “Empathie” heißt, aber man weiß noch lange nicht, was man damit anstellen soll, denn: Es kommt und geht, wie es will, man sagt idiotische Nebensächlichkeiten voraus, und nur die Freundin glaubt einem so richtig: “Ich denke nicht, dass Du eine Spinnerin bist, denn wenn Du nur angeben wolltest, dann würdest Du Dir nicht so blöde Geschichten ausdenken, sondern Dir mehr Mühe geben!” Danke, das ist lieb. 

Der unechte Hellseher ist inzwischen längst “praktizierend”. Er verdient, weil die Leute Betrüger nicht von Hellsehern unterscheiden können. Vor allem aber tut er eines: Er ruiniert den Ruf des echten Hellsehers, bevor dessen Fähigkeiten noch ganz ausgereift sind. 

Und woran erkennen Sie nun einen echten Hellseher? Das ist doch ganz einfach: 

Sie erkennen ihn daran, dass er wesentlich weniger Firlefanz betreibt als der Betrüger. Er tut einfach, was er kann, ohne jeden Schnickschnack. Allerdings nicht für Kekse. Sie würden ja auch nicht darauf kommen, Ihre Bügelfrau oder der Nachhilfe Ihrer Kinder ein Käsebrot statt Honorar und Lohn anzubieten, nicht wahr? 

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